Trainer

Walter Klinkhammer

Trainer C Sportklettern
Trainer B Plaisirklettern

Trainer B Hochtouren
Trainer B Skitouren

Motto:

Ich halte es da ein wenig mit Davis Lama: "Klettern ist viel mehr als nur ein Sport. Draußen sein in der Natur, am Fels, das ist eine Lebenseinstellung."

Und wenn ich mal wieder Zweifel an meinem Tun habe, sage ich mir: „Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.“

Du bist seit kurzem Trainer B Plaisirklettern. Was können sich unsere Sektionsmitglieder darunter vorstellen?

Kurz gesagt: Plaisirrouten sind Mehrseillängenrouten mit eingebohrten Haken und Standplätzen im Schwierigkeitsgrad bis 6c (7+). Geprägt wurde der Begriff „Plaisirklettern“ von dem Schweizer Bergführer Jürg von Känel, der 1992 seinen Kletterführer „SCHWEIZ PLAISIR“ veröffentlichte. Sein Ziel war, Sicherheitsstandards französischer Sportkletterrouten auf Mehrseillängenrouten zu übertagen. Dadurch entstanden weitgehend sichere Routen, in denen Kletterer sich mit Genuss und Freude, mit Plaisir also, dem Klettern widmen können. So entfielen die Unsicherheit und das mulmige Gefühl, dauernd daran zu denken zu müssen, ob im Falle eines Sturzes der letzte geschlagene Haken hält.
Von Känels Position war in den 90er Jahren sehr umstritten und wurde teilweise sehr kontrovers diskutiert. Das änderte aber  nichts daran, dass er damit eine Entwicklung in Gang gesetzt hat, durch die im gesamten Alpenraum immer mehr Plaisirrouten eingebohrt wurden. Diesem Trend hat der Deutsche Alpenverein 2015 Rechnung getragen und einen Ausbildungsgang zum Trainer B Plaisirklettern eingerichtet. Aufgaben der Trainerinnen und Trainer sind Kurse und das Führen von Seilschaften in Plaisir-Routen. Da „Plaisir“ vom Begrifflichen her etwas verniedlichend wirkt, immerhin kann hier bis 7+ geklettert werden, halte ich selbst den Begriff „alpines Sportklettern“ von der Sache her für angemessener.

Wie bist du zum Bergsport gekommen?

Ich war 13, als ich in den Sommerferien  mit einer Jugendgruppe für drei Wochen nach Südtirol gefahren bin. Auch in den folgenden Jahren fuhren wir dorthin und machten Hochtouren. So bestieg ich mit 14 den Hochfeiler, meinen ersten Dreitausender, das ist nun 50 Jahre her. Zu den Hochtouren kamen dann später leichte Klettertouren. 1972 trat ich in den Alpenverein ein. Aber es dauerte bis Anfang der 80er Jahre - erst dann ging es mit Klettern richtig los. 1985 habe ich meine erste Trainerausbildung absolviert. Und da ich mich immer als alpiner Allrounder verstanden habe, wurde die Palette der Bergtouren immer breiter: alpines Klettern in Fels und Eis, Mountainbiken, Skitouren und -hochtouren, Eisfallklettern und natürlich auch Sportklettern.

Warum bist du Trainer/in geworden?

Als Jugendlicher, fern der Alpen und auch fern von einer Alpenvereinssektion, musste ich mir die technischen und taktischen Voraussetzungen für meine Bergtouren selbst erarbeiten. Das war ein langer und teilweise anstrengender Entwicklungsprozess, bei dem man aus fehlgeschlagenen Bergabenteuern mehr lernte als aus gelungenen Bergtouren. Nachdem ich dann später in einer Alpenvereinssektion gesehen habe, dass es auch anders geht, wollte ich anderen Berg- und Kletterbegeisterten den Weg in diesen Sport ein wenig erleichtern. Nach meiner Ausbildung zum TrB Hochtouren (so die heutige Bezeichnung) bin ich seit über dreißig Jahren als Trainer und Ausbilder tätig. Darüber hinaus war ich jeweils zehn Jahre Ausbildungsreferent in den Sektionen Köln und Siegburg.

Welche alpine Disziplin liegt dir am meisten bzw. wie bist du am liebsten unterwegs?

Die klassischen Routen, sowohl im Fels als auch im Eis, haben mich immer besonders interessiert. Dabei waren für mich beispielsweise die „Gelbe Kante“ an der Kleinen Zinne oder der Cengalopfeiler im Bergell (gibt’s den überhaupt noch?) genau so interessant wie die Ortler Nordwand oder das Couloir Couturier an der Aiguille Verte. Auch der Skitourenbereich war für mich eine sehr wichtige Disziplin, der ich mich gut zwanzig Jahre sehr intensiv gewidmet habe. In dieser Zeit ist auch mein Skitourenführer „Aostatal. Skitouren zwischen Montblanc  und Gran Paradiso“ (Panico Alpinverlag) entstanden. Leider ist diese Disziplin aus „orthopädischen Gründen“ für  mich nicht mehr möglich.
Eine weitere für mich sehr wichtige Disziplin sind meine Solobegehungen. Dazu gehörten klassische Felsrouten in verschiedenen Alpenregionen bis zum VI. Grad. Im Eis gelangen mir Solobegehungen von klassischen Eiswänden aber auch an Eisfällen bis WI4. Diese Solobegehungen haben mir sehr viel gegeben. Alle habe ich alle als eine tiefe, außergewöhnliche Erfahrung in Erinnerung, als ein Erleben ausschließlich im Hier und Jetzt. Das hatte auch sehr positive Auswirkungen auf mein Leben außerhalb der Berge und des Kletterns.

Kontakt:

walter.klinkhammer(at)dav-bonn.de