Trainer

Katharina Prinz

Trainerin Team25

Kletterbetreuerin in Ausbildung

Motto:

„Mach doch einfach mal!“

Warum Berge und nicht das Meer?

Ich bin am Meer aufgewachsen und somit mehr oder weniger erst über das Meer in die Berge gekommen. Eigentlich will ich keines dem anderen vorziehen. Aber während sich das Meer noch irgendwie an den Menschen anpasst, ist man am Fels so ganz allein mit sich selbst. Die Berge geben, im Gegensatz zum Meer, eine noch viel größere und umfassendere Möglichkeit dazu, sich selbst zu erproben, an die eigenen Grenzen zu gehen und zu sehen, wozu der eigene Körper und vor allem der Geist fähig sind. Das übt eine unglaubliche Faszination auf mich aus und ich bin noch nicht am Ende damit, herauszufinden, wozu mein eigener Körper und Geist eigentlich wirklich fähig sind.

Warum hast du dich für ein Ehrenamt beim Alpenverein entschieden?

Das Klettern hat so viel zu geben. So viel von dem, was man zum Erklimmen eines Berges braucht, kann auch in jeglichen anderen Lebenssituationen von großem Nutzen sein. Außerdem lernt man sich und seine Ängste von einer erbarmungslos ehrlichen Seite kennen! Und mit all diesen Dingen sitzt man dann in 600 Metern Höhe in einer Mehrseillänge und muss irgendwie klarkommen. Das sind so groteske Momente, die man nicht mehr vergisst, die einen verändern und vor allem aber in sich selbst mehr vertrauen lassen. Wenn ich eins vom Klettern gelernt habe, dann, dass man alles kann, wenn man nur wirklich will. Das ist etwas, was ich unbedingt weitergeben möchte und was mir erst die ehrenamtliche Tätigkeit beim Alpenverein ermöglicht.

Auf welche Tour blickst du besonders gerne zurück und warum?

Auf eine Mehrseillänge in Südfrankreich: Ein Abenteuer, das wortwörtlich in einer Nacht- und Nebelaktion startete. Vor ein paar Jahre hätte ich laut gelacht, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich sowas wirklich einmal tun würde. Nicht dass ich davor Angst gehabt hätte oder es nicht zu mir passen würde. Ich hätte einfach nie gedacht, dass sich mir jemals die Chance bieten würde. Heute finde ich das alles zwar gar nicht mehr so abwegig, aber es macht mich doch immer noch sehr glücklich, wenn ich an den Moment kurz vor dem Abseilen in die Tour denke, in dem ich mich umgedreht und die Sonne über dem Meer aufgehen gesehen habe. Nach einem kurzen Moment, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein schien, hatte die Tour dann auch wirklich alles anzubieten. Dächer, Traversen, Kamine und Verschneidungen. Am Ende war nichts mehr heil, mein Kletterpartner und ich dafür selig.